Meine gemischten Eindrücke von der Hundemesse House of Dogs

Am vorletzten Wochenende fand zum ersten Mal die neue Hundemesse House of Dogs im Berliner Postbahnhof statt. Ich kenne den Postbahnhof von vielen großartigen Konzerten und war sehr gespannt, wie sich dort eine Hundemesse machen würde. 

Außenbereich der Messe, leider ohne Schatten

Außenbereich der Messe, leider ohne Schatten

Wie sich herausstellen sollte, fand die Messe jedoch in anderen Räumlichkeiten auf dem Gelände statt. Zusammen mit anderen Hundebloggern wurde ich am Samstagvormittag von Anette Petzoldt, der Veranstalterin der Messe, abgeholt und auf der Dachterrasse genossen wir selbstgemachte Limonade und konnten einige Fragen stellen. Ich war sehr beeindruckt von Anettes Offenheit und Ehrlichkeit bezüglich der Kosten und Finanzierung der Messe. Sie ist sehr erfahren im Messegeschäft und organisiert auch die Horizon Abiturientenmesse. Es war deutlich zu merken, dass die House of Dogs für sie und ihr Team eine Herzensangelegenheit ist.

Produktpräsentation am Stand von Maja Prinzessin von Hohenzollern

Produktpräsentation am Stand von Maja Prinzessin von Hohenzollern

Die Schirmherrin

Wir saßen  eine Weile zusammen, danach ging es für uns zum Stand von Maja Prinzessin von Hohenzollern, die auch die Schirmherrin der Messe war. Uns wurden von ihr ca. 25 Minuten lang sämtliche Produkte vorgeführt, von Hundefutter, einem Geburtstagskuchen für Hunde, Pflegeprodukten bis hin zu verschiedenen Körbchen. Sie hat selbst 12 Hunde aus dem Tierschutz, mit denen sie zusammen in Spanien lebt. Mir persönlich war das farblich alles zu rosa und hat mich nicht so angesprochen. Sie ist auf jeden Fall eine gute Verkäuferin und es ist schön, dass von jedem Produkt etwas an den Tierschutz gespendet wird, es könnte aber gern mehr als 1 Cent pro Büchse sein. Ich finde es super, dass ihr Futter aus Bio-Zutaten hergestellt wird und somit die sogenannten Nutztiere besser gehalten werden und außerdem keine Tierversuche durchgeführt werden. Ich bin keine Ernährungsexpertin, aber es ist mit Sicherheit ein deutlich besseres Futter, als von den meisten anderen Herstellern. Zum Abschluss bekamen wir eine Tüte mit verschiedenem Nassfutter und Leckerli-Tüten. Eine davon ist schon alle, auch die Büchse Rind mit Chia-Samen hat Alfa offensichtlich sehr geschmeckt.

Alfa fand das Futter lecker

Alfa fand das Futter lecker

Vorträge

Danach habe ich mich in den Vortragsraum begeben, da ich das Rahmenprogramm sehr interessant fand. Ich sah mir einen Workshop zum Thema Erste Hilfe an sowie einen Vortrag zum Thema „Impfungen: Welche sind sinnvoll“ von den Tierärzten im Notdienst, bei dem leider nur wenige Zuhörer anwesend waren. Gern hätte ich mir noch mehr angehört, aber ich muss ehrlich sagen, dass der Lärm von der Aktionsfläche nebenan und die  Hitze und stickige Luft in den Räumlichkeiten der Messe mir ziemlich zugesetzt haben. Die anderen Hundeblogger habe ich leider nicht nochmal gesehen, allerdings wäre ich auch nicht mehr wirklich aufnahmefähig gewesen.

Tierärzte zeigen die Pulsmessung beim Hund

Tierärzte zeigen die Pulsmessung beim Hund

Gestresste Hunde

Es waren sehr viele Aussteller da, viele kleine Firmen und Vereine, aber auch ein paar große Unternehmen. Leider waren die Aktionsflächen genau in der Mitte zwischen den Ausstellern, so dass die Gänge sehr eng waren und die Hunde sich gegenseitig kaum ausweichen konnten. Ich war  geschockt, wie viele Menschen ihre Hunde zu der Messe mitgebracht haben und wie empathielos viele mit ihren Vierbeinern umgegangen sind. Im oberen Stockwerk gab es durch das Glasdach teilweise Sonneneinstrahlung, aber auch Schattenplätze. Leider war es einigen Leuten offensichtlich völlig egal, ob ihr Hund extrem hechelt. Erst nach Aufforderung wurde sich ein Schattenplatz gesucht.

Enge Gänge zwischen Ständen und leider unbeaufsichtigter Agilityfläche

Enge Gänge zwischen Ständen und leider unbeaufsichtigter Agilityfläche

Von der unteren zur oberen Etage ging es über eine Metalltreppe, mit der viele Hunde Probleme hatten. Obwohl ich zu  einem Mann extra sagte, dass es auch einen Fahrstuhl gibt, musste der Hund sich trotzdem die Treppe hochquälen. Ich habe so viele gestresste Hunde gesehen, das hat mich wirklich wütend und traurig gemacht. Erstaunt war ich, dass einem Bulldogen-Club viel Präsentationsraum gegeben wurde, obwohl gerade diese Rassen gesundheitlich so angeschlagen sind und massiv mit Gelenkproblemen, häufigen Bandscheibenvorfällen, Atemproblemen etc. zu kämpfen haben.

Einige Aussteller mit etwas mehr Platz

Einige Aussteller mit etwas mehr Platz

Die Aussteller

Die Ausstellerauswahl fand ich persönlich gut. Neben Hundefutter, Hundebetten, Leinen und anderem Zubehör gab es für viele Vereine die Möglichkeit sich zu präsentieren. Zum Beispiel waren die Berliner Tiertafel, der Deutsche Blindenführhunde e.V., der Bundesverband Bürohunde und das Projekt HundeDog (Tierärztliche Behandlung von Hunden von Jugendlichen, die auf der Straße leben) dabei. Die Bürgerinitiative Berliner Schnauzen informierte über ihren Kampf gegen das geplante Berliner Hundegesetz.  Außerdem gab es auch einige Aussteller aus dem medizinischen Bereich, eine Rechtsanwältin für Tierrecht, Hundeschulen sowie Tierbestatter. Zum Thema Urlaub mit Hund gab es leider nur 2 Stände, einmal einen Erlebnisbauernhof und ein Hotel im Bayerischen Wald. Sehr gut fand ich das Imbissangebot, das auch vegan-vegetarische Optionen beinhaltete. Ich habe mit einigen  Ausstellern nette und informative Gespräche führen können. Ob sich daraus eine Zusammenarbeit ergibt, wird die Zukunft zeigen.

Hundekekse von Phillys mag Alfa besonders gern

Hundekekse von Phillys mag Alfa besonders gern

Vorschläge

Für das nächste Jahr würde ich mir wünschen, dass es eine komplette Trennung zwischen Aktionsflächen und Ausstellern geben wird und insgesamt mehr Platz sein wird. Noch besser fände ich zum Wohl der Hunde, wenn Besucherhunde gar nicht erlaubt wären. Vielleicht ist das für eine Hundemesse zu radikal, aber es würde vielen Hunden den ganzen Stress ersparen. Außerdem kann man sich als Besucher viel besser auf die einzelnen Stände konzentrieren und würde vielleicht sogar mehr kaufen, den Eintritt würde ich entsprechend um 1 Euro erhöhen (Eintrittspreis Hund). So könnte sich die Messe als erste wirklich verantwortliche Hundemesse positionieren. Auf den Aktionsflächen könnten dann zum Beispiel Tricks von Hunden gezeigt werden, die solche Aufführungen und Situationen gewöhnt sind.

Ich hoffe, dass es im kommenden Jahr einige Veränderungen zum Wohle der Hunde geben wird. Eventuell wäre auch ein anderes Ausstellungsgelände die bessere Wahl. Ich bin mir sicher, dass Anette und ihre Mitstreiterinnen einige Verbesserungen durchführen werden und bin gespannt auf das nächste Jahr.

2 Antworten zu Meine gemischten Eindrücke von der Hundemesse House of Dogs

  1. Birgit Timpe 8. Juli 2016 at 15:14 #

    Vielen Dank für den schönen Artikel, liebe Miriam! Deine Weitsicht und die guten Kommentare zum Thema „gestresste Hunde auf Großveranstaltungen“ haben mich beeindruckt. Ich erlebe im Alltag so viele Hundebesitzer, die ihre Hunde nicht gut lesen können und sie deshalb oft erheblich stressen.
    Amy lehrt mich gerade selbst das “ Entstressen“ meines Alltages.

    • Miriam 15. Juli 2016 at 17:28 #

      Liebe Birgit,
      herzlichen Dank für das schöne Kompliment! Ja, es ist wirklich traurig, immer wieder sehr gestresste Hunde zu erleben, egal ob bei so einer Messe, auf Flohmärkten oder in überfüllten Hundeauslaufgebieten.
      Liebe Grüße an Dich und Amy
      Miriam

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